Unsere Ziele

Alle reden über’s Wetter – Wir nicht.

Wir positionieren uns auf allen Ebenen, solidarisch, antirassistisch, sozialistisch und feministisch. Wir wollen eine gerechtere Gesellschaft.

Die Gremien der studentischen und akademischen Selbstverwaltungen sind essentiell für den demokratischen Betrieb der Universität und für die Durchsetzung studentischer Interessen – der zahlenmäßig größten Gruppe jeder Universität. Diese Gremien müssen immer wieder mit Leben gefüllt und ihre Privilegien und Rechte durch Studierende verteidigt werden. Viel zu schnell verfallen Partizipationsmöglichkeiten, wenn diese nicht genutzt werden: Auch im Bachelor-/Master-System mit einer verkürzten Studienzeit und mehr Arbeitsaufwand dürfen wir nicht zulassen, dass die Statusgruppe der Studierenden vergessen und/oder übergangen wird. Im Gegenteil: Wir treten energisch dafür ein, die Hochschule (wieder) demokratischer zu gestalten.

Momentan gibt es viele verschiedene Probleme an unserer Universität: Anwesenheitspflichten sollen durch die Hintertür wieder eingeführt werden, Studierende werden nicht in Seminare aufgenommen bzw. wieder hinausgeworfen, (struktureller) Rassismus und Sexismus existiert immer noch und wird in vielen Fällen hingenommen, auf Kosten der Studierenden.

Weiterhin gibt es eine Vielzahl von Faktoren, die nur bedingt mit der Universität zu tun haben, jedoch den Studienerfolg bzw. Misserfolg vieler Studierenden stark beeinflussen. Bezahlbarer Wohnraum in Oldenburg reicht nicht aus, das BAföG ist zu knapp bemessen, Geflüchtete müssen, bevor sie zum Arzt gehen, die Verwaltung um Erlaubnis fragen. Deshalb streiten wir für das allgemeinpolitische Mandat: Eine scharfe Trennung zwischen Hochschule und ihrer Umgebung ist nach unserer Auffassung von Politik nicht machbar und kontraproduktiv.

Seit unserer Neugründung in der Legislaturperiode 2014/2015 sind wir für die Verfasste Studierendenschaft im Studierendenparlament, AStA sowie im akademischen Senat vertreten und arbeiten als Gruppe und Fraktion an den positiven Entwicklungen innerhalb der Universität konstruktiv mit und kritisieren auf der anderen Seite Missstände scharf. Dazu begleiten wir ebenfalls kritisch die Arbeit der SPD, von der wir aber in unserer hochschulpolitischen Arbeit unabhängig agieren. Gleichwohl tragen wir unsere Inhalte in die Gremien der Partei ein und versuchen, linke Mehrheiten zu organisieren um unsere Forderungen auch auf höherer politischer Ebene einzubringen.

Auf den folgenden Seiten möchten wir unsere Forderungen, Ziele und Erreichtes darstellen und sichtbar machen. Falls ihr eine starke und aktive Verfasste Studierendenschaft wollt, macht bei uns mit. Gebt uns eure Stimme bei den Wahlen zum Studierendenparlament und für den Senat der gemeinsamen Liste mit CampusGrün und Uni-Divers „WIR FÜR EUCH – ZUSAMMEN IM SENAT“.

 

Politische Uni

In einer Zeit, wo der Rechtspopulismus in Europa aufblüht, die Islamophobie und Ausländer_innenfeindlichkeit zunimmt und Alltagsrassismus sich etabliert, ist es essentiell sich politisch zu informieren und zu partizipieren. Auch an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg hat die Kampagne BDS (Boycott, Divestment and Sanctions) versucht Fuß zu fassen, die nach Meinung des renommierten Sozialwissenschaftlers und Antisemitismusforschers Prof. Dr. Samuel Salzborn antisemitisch eingeordnet wird.
Wir stehen dafür, dass die Studierenden für diese Themen sensibilisiert werden. In der Legislaturperiode 2016/2017 haben wir in der Koalition im AStA mit den Referaten politische Bildung und Antirassismus gute Veranstaltungen organisiert. Für den US-Wahlkampf haben wir einen Fachmann eingeladen, der über das US-Wahlsystem und die Rolle der Medien referiert hat. Darüber hinaus haben wir zwei Professoren gewinnen können, die einerseits die ökonomische und andererseits die politische Dimension des Brexits dargestellt haben. Zudem haben wir eine Veranstaltung zum Thema Antisemitismus organisiert, da dieser immer mehr zu einem aktuellen Thema wird. Als Gefahr für die Demokratie sehen wir darüber hinaus Verschwörungstheorien an, die nicht mit Fakten, sondern mit Emotionen argumentieren. Diese Theorien verbreiten sich auch an der Universität wie ein Lauffeuer. Daher hat der AStA in Kooperation mit dem autonomen Schwulenreferat und dem autonomen Referat für Behinderte und chronisch kranke Studierende eine Veranstaltung organisiert, die über Verschwörungstheorien aufgeklärt hat.
All diese Veranstaltungen sind thematisch am Puls der Zeit und haben eine Diskussionsplattform für interessierte Studierende bereitgestellt. Mit jeweils durchschnittlich 80-120 Teilnehmenden konnten wir Probleme herausarbeiten und Lösungsvorschläge konstruktiv diskutieren.
Wir als Juso-Hochschulgruppe setzen uns dafür ein, dass weiterhin Veranstaltungen organisiert werden, die über aktuelle politische Prozesse auf internationaler und europäischer Ebene informieren und über Antisemitismus, Rassismus, Populismus und Verschwörungstheorien aufklären. Wir sind der Meinung, dass solche Inhalte in einer Universität thematisiert und diskutiert werden müssen. Als Gruppe der Studierenden haben wir eine gesellschaftliche Verantwortung.

 

Geflüchtete Studierende

Die Juso-Hochschulgruppe Oldenburg führt einen engagierten Kampf für die Teilhabe an Mobilität von geflüchteten Menschen, die in Oldenburg studieren. Da das Semesterticket an den Hochschulen in Niedersachsen und Bremen nicht allen Studierenden mit Fluchthintergrund gleichermaßen zugänglich ist, fordern wir insbesondere von den Verkehrsbetrieben ein Einlenken in ihrer Politik. Wir begrüßen ausdrücklich die Bemühungen der Universität und insbesondere des Dezernats 3 bezüglich Programmen wie dem Orientierungsjahr, in dem geflüchtete Menschen mit Gasthörstatus studieren können und Sprachkurse sowie Seminare zum wissenschaftlichen Arbeiten erhalten. Nach langen Verhandlungen mit den Verkehrsbetrieben konnten wir im AStA das Semesterticket für geflüchtete Studierende, die im Orientierungsjahr eingeschrieben sind, durchsetzen. Dies hatte Modellcharakter für Hochschulen in Niedersachsen und darüber hinaus. Seitdem kooperieren wir eng mit anderen ASten und unterstützen diese bei der Realisierung von ihren Mobilitätsprojekten. Durch die Finanzierung über Drittmittel des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und die Verwaltung durch das Dezernat für studentische und akademische Angelegenheiten und insbesondere durch das International Student Office ist momentan die Mobilität von geflüchteten Studierenden weitgehend gesichert. Dies gilt es, mit aller Kraft zu verteidigen. Im AStA sowie im Senat wollen wir uns deshalb im nächsten Semester für eine Verstetigung der Mittel einsetzen.

 

Wohnraum

Die Wohnraumsituation in Oldenburg wird immer prekärer. Jedes Jahr finden stets mehr Erstsemester nicht rechtzeitig zu Studienbeginn ein WG-Zimmer. Bezahlbarer Wohnraum wird immer weiter verdrängt von teureren Einzelappartements. Wir als Juso-HSG haben uns im vergangenen Jahr in der Koalition im AStA zum Ziel gesetzt, die Wohnraumsituation für Studierende zu verbessern. Unser erster Schritt war im letzten Jahr die Umsetzung der Erkenntnisse aus der Wohnumfrage: Wir kämpfen in allen Gremien der Universität mit studentischer Teilhabe für eine Umorientierung des Studentenwerks. Unser Credo dabei lautet: Günstigen Wohnraum statt Luxusappartements schaffen.

 

Seminarräume

Regenschirme und Eimer in Vorlesungsräumen. Leider versteht jede_r Studierende der Universität Oldenburg dieses Bild zu gut. Gerade in Wechloy tropft es in vielen Räumen von der Decke. Dass Studierende eine halbe Stunde vor Vorlesungsbeginn darum bangen müssen noch einen halbwegs akzeptablen Platz zu bekommen, ist ein weit verbreitetes Problem der Universität Oldenburg. Wir als Juso-Hochschulgruppe fordern die Universität auf, diese Missstände auszuräumen.
Wenn dann ein akzeptabler Platz gefunden ist, gibt es kaum eine Möglichkeit, den Laptop aufzuladen. Spätestens nach dem zweiten Seminar sind technische Geräte an einem Uni-Tag nicht mehr voll funktionsfähig. Steckdosen um hier vorzubeugen sind oft nur vereinzelt an den Fensterplätzen zu erreichen. Wir fordern, dass die Universität die Seminar-Räume daraufhin modernisiert, sodass ausreichend Steckdosen verfügbar sind.

 

Anwesenheit

Durch die NHG-Novelle ist die Anwesenheit in den Seminaren von der Landesregierung abgeschafft. Dies ist eine Errungenschaft der Streiks in den Hochschulen, insbesondere auch von den niedersächsischen Juso-Hochschulgruppen. Leider wird dieses Gesetz an der Uni immer wieder versucht zu umgehen. Studierende werden regelmäßig mit Anwesenheitslisten und „aktiver Teilnahme“ konfrontiert. Falsche Informationen und Klauseln in Modulbeschreibungen verbreiten Unsicherheit unter den Studierenden. Wir als Juso-Hochschulgruppe setzen uns dafür ein, die Freiheit der Gestaltung des Studiums beizubehalten. Wir kämpfen gegen eine schleichende Anwesenheitspflicht in den Seminaren.

 

Bibliothek und WLAN

Immer mehr Studierende kommen an die Universität und nutzen die Bibliothek zum Lernen. Hier sollte es möglich sein, für alle unabhängig von ihrer Wohnsituation konzentriert an Hausarbeiten zu schreiben und sich auf Prüfungen vorzubereiten. Das ist zurzeit leider schwer möglich, denn zu den Hauptzeiten ist die Bibliothek überfüllt. Ein Ausweichen auf die Randzeiten ist nicht möglich, da in den Klausurphasen sowie in den Semesterferien, in der Hausarbeiten geschrieben werden, die Bibliothek am Wochenende sogar geschlossen ist.
Wir fordern eine Umstrukturierung und Erweiterung der Bibliotheksöffnungszeiten. Wir wollen eine Anpassung der Öffnungszeiten innerhalb der Klausurphasen und erweiterte Öffnungszeiten gegen Ende der Semester, wenn Hausarbeiten geschrieben werden. Es sollte jedem_jeder Studierenden möglich sein in Ruhe die Hausarbeiten schreiben zu können. Auch einer überfüllten Bibliothek kann mit längeren Öffnungszeiten entgegengewirkt werden.
„Das Internet ist für uns alle Neuland“ Dieser Satz der Kanzlerin könnte sich wohl auch auf die Universität beziehen. Denn in vielen Vorlesungs- und Seminarräumen, der Mensa oder Cafeteria sind langsames WLAN und Verbindungsabbrüche schon längst an der Tagesordnung. Ein Arbeiten an eigenen Geräten wird so zur Tortur und so manches Tutorium zur Farce. Wir fordern eine auf die aktuelle Studierendenzahl abgestimmte Infrastruktur in Bezug auf die WLAN-Versorgung an den Universitätsstandorten. In diese Zahl müssen auch die aktuellen Entwicklungen zur Nutzung von zwei bis drei WLAN-fähigen Geräten pro Studierender_m einbezogen werden, gerade in Berücksichtigung der Tatsache, dass sich dieser Trend fortsetzen wird.

 

Fahrräder

Oldenburg ist eine Fahrradstadt. Bei wachsenden Studierendenzahlen nimmt auch die Anzahl der Rad fahrenden Studis zu und macht eine Modernisierung der Abstellmöglichkeiten unumgänglich. Wir fordern die Universität auf, diese Modernisierung zu forcieren und die neuen Abstellmöglichkeiten zu überdachen und diebstahlsicherer zu gestalten. Die aktuellen Fahrradständer ermöglichen es einem nur die Vorderräder anzuketten Diese Methode gewährleistet allerdings nur einen Bruchteil des Schutzes und macht es für Diebe einfacher. Wer hat noch nicht einzelne Vorderräder an den Fahrradständern verwaisen sehen?
Um das zu verhindern, fordern wir Abstellmöglichkeiten, die es vereinfachen Fahrräder an der Mittelstange anzuketten.

 

Diversity

Eine Chance auf Bildung ohne Beeinflussung durch Herkunft, Beeinträchtigung oder finanziellen Hintergrund sollte im 21. Jahrhundert eigentlich selbstverständlich sein. Leider gibt es auch bei uns an der Universität immer noch erhebliche Missstände im Bereich der Gleichstellung. Wir setzen uns bedingungslos für Vielfalt unter den Studierenden ein. Gemeinsam mit der Studierendenschaft wollen wir zum Teil noch verborgene, rassistische und antisemitische diskriminierende Strukturen identifizieren und dagegen vorgehen. Dabei möchten wir Diskriminierung thematisieren sowie notwendige Veranstaltungen und Aktionen für Gleichbehandlung und Toleranz auch über den studentischen Kontext hinaus etablieren.
Wir Jusos setzen uns für eine solidarischere Universität ein. Das Autonome Referat für Behinderte und chronisch kranke Studierende hat im Bereich der Barrierefreiheit bisher viel leisten können, wir wollen uns auch weiterhin für diesen Bereich stark machen und fordern die noch vorhandenen Barrieren wie beispielsweise die Drehtür der Bibliothek Haarentor oder den umständlichen Eingang über die Hintertür in Wechloy, schnellstens abzubauen. Bei Neubauten sollte gezielt darauf geachtet werden, die Barrierefreiheit zu gewährleisten.
Diversität bedeutet Vielfalt zu akzeptieren und zu begrüßen. Jede_r Studierende ist Individuell. Wir Jusos fordern Individualität als Normalität.

 

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